"Andere zu erkennen ist Weisheit, sich selbst zu erkennen ist Erleuchtung." Laotse

 

Mein Verständnis von Führung und Leitung fußt auf den Grundtugenden des Führens, wie sie bspw. auch im militärischen Bereich verstanden werden. Für meine Zwecke habe ich diese einer entsprechenden Abwandlung unterzogen.

 

Es gibt vier Tugenden einer Leitungspersönlichkeit (LTP): Klugheit, Gerechtigkeit, Mut und Mäßigung. Eine LTP weiß bspw. zu delegieren. Hier geht es um das Teilen von Aufgaben aber auch von Verantwortung. Merke: Wenn jemand eine bessere Idee hat als meine, dann will ich als LTP sie hören! Eine LTP zieht nicht alles an sich, weil sie sich z. B. für omnipotent und unentbehrlich hält.

 

Eine LTP hat den Mut, Entscheidungen zu treffen. Merke: Es ist besser, Entscheidungen zu treffen, als keine Entscheidungen zu treffen. Noch besser ist es, Wahlmöglichkeiten zu haben. Um dies zu gewährleisten, sollte eine LTP früh genug Entscheidungen treffen, was bedeutet: agieren statt reagieren. Merke: Es ist besser, Wahlmöglichkeiten zu haben als keine Wahlmöglichkeiten zu haben. Eine LTP agiert (rechtzeitig) statt zu reagieren!

 

Eine LTP ist gerecht und schafft keine informellen Hierarchien, indem sie bspw. "duzt" und "siezt". Zudem kennt sie ihren Wert, aber ebenso den Wert ihrer Mitarbeiter und weiß diese zu motivieren. Der Wert der Arbeit macht sich nicht bloß am Gehalt eines Mitarbeiters fest, sondern eben auch an der WertSCHÄTZUNG. Leitung ist mitnichten als bloßes Machtinstrument gedacht und/oder um das eigene Ego zu füttern. Menschen mit solchen Ambitionen sind in Führungspositionen gänzlich falsch und das zeigt sich i. d. R. relativ schnell. Merke: Eine LTP führt angstfrei, ist nicht ungerecht und sät keinen Neid oder gar Zwietracht unter den Mitarbeitern!

 

Eine LTP geht respektvoll mit ihren Mitarbeitern um und ist bestrebt, dass auch diese respektvoll untereinander sind. 

 

Es ist mitunter keine Kunst, in eine Leitungsposition zu gelangen. Eine Kunst ist es indes, diese adäquat auszufüllen sowie sich auf Dauer motivierte und nicht resignierte oder sogar destruktive Mitarbeiter heranzubilden. Letzteres schafft unter dem Strich Unzufriedenheit, mitunter sogar Hass und Wut, was zu schlechten Arbeitsergebnisse und einer schlechten Außenwirkung führt. Daran kann keine Firma/Institution interessiert sein. Umso mehr verwundert es, wie häufig es dennoch vorkommt, nicht ausschließlich aber gerade im "Sozialen Bereich".

 

Nun die gute Nachricht: Führung und Leitung kann man bis zu einem gewissen Grad erlernen. Natürlich bringen wir ebenso unsere Charaktereigenschaften in unsere berufliche Rolle mit ein, deshalb eben "nur" bis zu einem gewissen Grad. Doch immerhin, das ist besser, als gar nicht an sich zu arbeiten. Steuern Sie also rechtzeitig dagegen!